Mit der kalten Jahreszeit kommt leider auch wieder die Erkältungszeit.
Husten und Schnupfen sind die ersten Anzeichen für eine Erkrankung der oberen Atemwege und für Sänger besonders lästig.
Denn sie beeinträchtigen unser Instrument: die Stimme.

Aufgrund der offenen Verbindung zwischen Nase und Nasennebenhöhlen können sich Infektionen der Nasenschleimhaut leicht ausbreiten und in Richtung Rachen, Hals, Stirn- und Nebenhöhlen weiter wandern.

Durch Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum kommt es zu Veränderungen im Klang der Stimme und auch das Hörvermögen kann durch erkältungsbedingtes Anschwellen der Ohrtrompeten stark beeinträchtigt werden, was die Klangregelung über das Ohr beim Singen erschwert.

Machen sich Halsschmerzen bemerkbar (Entzündung der Rachenschleimhaut - Pharyngitis, tritt meist im Rahmen einer Erkältung auf) ist dies nicht nur schmerzhaft, sondern es kommt auch - durch die vermehrte Schleimbildung - zu Schwierigkeiten bei der Feineinstellung der Stimme. Denn der Schleim legt sich auf die Stimmlippen und hemmt sie in ihrer Beweglichkeit. Eine akute Kehlkopfentzündung (Laryngitis) tritt oft begleitend zu einer Erkältung auf. Sie löst akute Heiserkeit (bis hin zur Stimmlosigkeit), Hustenreiz, Brennen und Kratzen im Hals, eventuell Fieber und Räusperzwang aus.
RÄUSPERN IST EIN SÄNGER/SPRECHER NO-GO:

Was geschieht beim Räuspern im Kehlkopf?
  • die Stimmlippen schlagen und reiben dabei sehr heftig aneinander. An den Stellen, an denen sie zuerst „zusammenknallen“ wird die Schleimhaut mechanisch gereizt

  • die Schleimhaut reagiert auf Reizung / Reibung / Trockenheit mit ihrem eigenen Schutzmechanismus = sie produziert vermehrt Schleim !!!

  • mit der Zeit kann eine Verletzung der Schleimhaut entstehen

  • in diesem Fall bildet die Schleimhaut zusätzliches Gewebe, eine Art „Hornhaut“, die das natürliche Schwingungsverhalten einschränkt oder behindert = die Stimme klingt heiser

  • in extremen Fällen bilden sich Gewebeveränderungen, die chirurgisch entfernt werden müssen
Kehlkopf, Ursula Prochazka, Stimmlippen, Heiserkeit, Stimme

Blick auf die auf die Stimmlippen in Respirationsstellung
Plica vocalis: Stimmlippen
Epiglottis: Kehldeckel


Und der Endeffekt vom Räuspern?
  • der Schleim wird jedes Mal nur innerhalb des Kehlkopfes „hochgeschleudert“

  • dann legt er sich jedoch wieder auf die Stimmlippen zurück

  • die Schleimproduktion wird weiter angekurbelt (siehe oben), der Schleim wird zäher
    = vermehrtes Räusperbedürfnis ist die Folge und belastet noch mehr

RÄUSPER ALTERNATIVEN
Zugegeben, der Räusperzwang ist schwer zu unterdrücken. Manchmal ist das Räuspern sogar schon so verinnerlicht, dass es einem selbst nicht einmal mehr auffällt. Um dem Räusperzwang ein Schnippchen zu schlagen, gibt es folgende Alternativen um die Stimmlippen zu schonen. Jeder abgeschwächte Räusperzwang ist ein Erfolg und jede Ersatzhandlung zum Räuspern ein wichtiger Schritt gegen die Gewohnheit:

trinken ( viel trinken - vor allem Wasser - das verdünnt den Schleim und dieser kann so leichter abtransportiert werden)

wohlig summen in verschiedenen Höhen (die Vibrationen lösen den Schleim ab)

sanft das Brustbein klopfen und dazu summen

auf gute Raumluft achten

gähnen und tönen

leicht hüsteln oder kurz und bewusst husten statt räuspern

verschleimende Dinge meiden: Milch und Milchprodukte, Zucker
HEISERKEIT WAS NUN?
Andauerndes starkes Husten durch können mitunter zum Super-GAU für Sänger führen: HEISERKEIT!
Heiserkeit/Stimmlosigkeit ist das Hauptsymptom einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis), gefolgt von starken Halsschmerzen oder Fieber.

Ist die Stimme „angeschlagen“ oder heiser ist das oberste Gebot: STIMMRUHE - die Stimme zu schonen ist immer noch das Beste. Muss doch mal das eine oder andere Wort gesagt werden, empfiehlt es sich normal zu sprechen. Aber bitte achte darauf, nicht lauter zu sprechen, um deutlicher zu klingen, denn das strengt die Stimme nur unnötig an. ABSOLUT WICHTIG: NICHT FLÜSTERN !!!
Flüstern ist keine Stimmschonung, es schadet der angegriffenen Schleimhaut! Und auch die für das Flüstern notwendige maximale Spannung der Stimmlippen bewirkt eine erhebliche Belastung für die ohnehin schon gereizten Stimmlippen.

Wichtig: Jede Heiserkeit oder auch Stimmänderung die länger als drei Wochen anhält, muss unbedingt ärztlich abgeklärt werden.
GENERELL HILFT DER STIMME BEI ERKÄLTUNGEN:
viel trinken
Kräutertee, Salbeitee, Wasser : löst und verdünnt den Schleim und fördert den schnellen Abtransport. Salbei wirkt entzündungshemmend und antibakteriell.

Nasenspülung
mit isotonischer Salzlösung

Gurgeln
mit warmen Salzwasser oder Salbeitee: befeuchtet und Halsschmerz und Husten werden gelindert

diverse Pastillen lutschen
Honig, Salbei-, EmserSalz- oder Isla-Moos-Pastillen: regt zudem den Speichelfluss an und fördert somit die Befeuchtung der Schleimhäute.

Bettruhe
aufbauende Stimmübungen
Ingwer-Tee, Ursula Prochazka, Heiserkeit,
VORBEUGEND DER STIMME GUTES TUN :
viel trinken hilft vorbeugend:
denn zu wenig Flüssigkeit trocknet die Schleimhäute aus, macht sie rissig und Keime, Viren und Bakterien können eindringen. Das macht den Körper infektanfälliger!

austrocknende Dinge meiden:
Kamillen- und Schwarztee, Kaffee, Menthol, Alkohol, Tabak

div. Pastillen lutschen:
Honig, Salbei-, EmserSalz- oder Isla-Moos-Pastillen: regt zudem den Speichelfluss an und fördert somit die Befeuchtung der Schleimhäute.

in der kalten Jahreszeit auf die Nasenatmung achten.
Sie reinigt, wärmt und filtert die Luft bevor sie durch den Kehlkopf strömt.

Frischluft:
Räume lüften, Bewegung an der frischen Luft

Luftbefeuchter:
um der trockenen Heizungsluft entgegen zu wirken
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© 2014 Ursula Prochazka